Wie wir zufällig eine Colitis ulcerosa Therapie fanden

ULCERATIVE COLITIS ULCEROSA

Auch wenn sich das Unheil über die vorherigen Monate andeutete, so brach es doch ziemlich unerwartet über uns herein: Colitis ulcerosa. 10 lange Jahre schränkte diese Krankheit meine bessere Hälfte sowie auch ihr Umfeld maßgeblich in vielen Aktivitäten ein, ja bestimmte teilweise sogar unser Leben. Dies ist die Geschichte einer schwierigen Zeit, und einer Lösung, die fast zu gut und einfach scheint um wahr zu sein.

Colitis ulcerosa: wie alles begann…

Wer selbst direkt oder indirekt von der Colitis ulcerosa betroffen ist, dem muss man nicht erzählen, was diese Krankheit ist, und auch nicht wie diese Krankheit in das Leben der Betroffenen eingreift. Ich nehme einfach mal an, dass jeder Besucher dieser Webseite hier ziemlich gut darüber informiert ist und erspare mir daher hier die medizinischen Details.

Ich erinnere mich noch sehr gut an die 3-4 Wochen bevor meine jetzige Verlobte einen Kollaps erlitt, als Folge der durch die Colitis UIcerosa hervor gerufenen Symptome. Ich war damals (Mai-Juli 2003) während meines Studiums für ein Praktikum in Barcelona. Schon einige Zeit vorher hatte meine Freundin starke Beschwerden durch ihre Krankheit, nur wusste irgendwie keiner so richtig etwas davon. Alle dachten, ihre Niedergeschlagenheit und die dadurch folgende Unfähigkeit, sich aufzuraffen, sei einfach eine Art Bequemlichkeit oder Lustlosigkeit ihrerseits. In Wirklichkeit hätten wir gar nicht weiter von der Wahrheit entfernt liegen können. Tragische Folge unseres falschen Denkens war, dass wir – also die Leute in ihrem direkten Umfeld (v.a. Familie) – sie eher der Antriebslosigkeit/Lustlosigkeit beschuldigten, als die tatsächlichen Umstände zu erkennen und ihr zu helfen.

Die letzten beiden Wochen meines Praktikums in Barcelona kam sie mich besuchen. Sie war in einer kläglichen Verfassung: Ständig musste sie eine Toilette aufsuchen wegen der Colitis ulcerosa Symptome, was mit einem durchaus hohen Blutverlust einherging. Folge des Blutverlusts war natürlich dann auch diese ständige, große Niedergeschlagenheit. Es war für sie kaum daran zu denken, sich ausserhalb der eigenen vier Wände aufzuhalten, da ständig die Sorge bestand, im falschen Moment keine Toilette in Reichweite zu haben. Was musste die Ärmste nicht alles durchstehen… Natürlich war uns (also ihrer Familie) bewusst, dass hier etwas ganz und gar nicht in Ordnung war. Vermutlich hätten wir sie mehr dazu drängen sollen, einen Arzt aufzusuchen. Ich weiß noch, dass ich damals in Barcelona mit dem Gedanken gespielt hatte, dass sie zu einem Arzt oder in ein Krankenhaus gehen sollte. Getan haben wir aber in der Hinsicht nichts, vermutlich auch weil die Abreise aus Barcelona nur eine Frage von Tagen war, aber auch weil man sich in einem fremden Land mit einer fremden Sprache nicht wirklich auszudrücken weiß. Und wer weiß, ob die Krankenkasse überhaupt zahlen würde?

Wie dem auch sei: Im Juli 2003 sind wir dann nach meinem Praktikum gemeinsam nach Deutschland zurück gereist. Dort blieben wir nur ein paar wenige Tage, denn wir hatten zusammen mit meinem Bruder und seiner besseren Hälfte einen 5-tägigen Urlaub in den österreichischen Alpen geplant. Colitis Ulzerosa und Alpen: keine gute Kombination!

Der Urlaub gestaltete sich letztlich auch nicht gerade als schön: auch hier war alles von der schlechten gesundheitlichen Situation meiner besseren Hälfte abhängig. Sie versuchte natürlich, sich so gut wie möglich nichts anmerken zu lassen, zumindest den Anderen gegenüber. Aber auch bei unserer Begleitung konnte man eine gewisse Genervtheit feststellen, weil auch sie die Antriebslosigkeit meiner Freundin nicht richtig interpretierten, da sie sich der Krankheit eigentlich nicht bewusst waren. Auch bei den Wanderungen mussten wir ständig anhalten, damit sie Verschnaufpausen einlegen konnte. Während ich diese Zeilen schreibe und mit dem heutigen Wissensstand zurück blicke, so ärgere ich mich natürlich für mein damaliges Verhalten (= Unverständnis). Wir hatten es hier also mit einem leidenden Menschen zu tun, und aufgrund unserer Unwissenheit haben wir das körperliche Leiden noch um das psychische Leiden erweitert… 🙁

Nach dem Urlaub flog sie wieder zurück nach Griechenland, ihre Heimat.

Es dauerte nicht lange, genauer gesagt nur ein paar wenige Wochen, bis sich die Situation für sie zuspitzte. Der weitere, regelmäßige Blutverlust forderte schließlich logischerweise seinen Tribut. Ihre Mutter konnte sie überreden, nun doch endlich zu einem lokalen Arzt zu gehen. Dort angekommen dauerte es nicht lange, bis sie während der Untersuchung das Bewusstsein verlor. Natürlich wurde sie sofort in das nahe gelegene Krankenhaus gebracht.

Das ‚Abenteuer‘ sollte nun also beginnen… und die nächsten 10 Jahre sollte die Colitis ulcerosa ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens werden.

Diagnose: Colitis ulcerosa…





Im Krankenhaus wurde durch die entsprechenden Untersuchungen dann relativ schnell die Diagnose gestellt: Colitis ulcerosa. Wir wussten natürlich nicht wirklich, was wir damit anfangen sollten. Ich war in der Zwischenzeit auch in Griechenland, da ich noch am gleichen Tag einen Flug von Deutschland nach Griechenland organisierte, als mir von der Einlieferung ins Krankenhaus berichtet wurde. Wenn auch spät, so trug die nun offizielle Diagnose Colitis ulcerosa dazu bei, dass wir endlich ein Gefühl dafür bekamen, dass die Antriebslosigkeit meiner Freundin eben nichts mit Bequemlichkeit etc zu tun hatte. Bluttests ergaben, dass durch den Blutverlust (über den ständigen blutigen Durchfall) die Hämatokritwerte auf einem sehr niedrigen Level waren. Nur etwas weniger und eine Bluttransfusion wäre die Folge gewesen, so die Aussage des Arztes damals.

Wie sehr die Colitis ulcerosa letztlich die nächsten Jahre beeinflussen und teilweise bestimmen sollte, davon hatten wir damals natürlich keine Ahnung. Ich glaube ich war der Meinung, dass es nach einer Medikamenten Therapie vermutlich bald wieder zu Ende sein würde. Die Wahrheit hatte natürlich nichts mit meinen Annahmen zu tun.

Die Standard Colitis ulcerosa Therapie des verliebten Arztes…

Zunächst einmal musste sie Medikamente einnehmen, also die typische Behandlung bei Colitis ulcerosa. Wie man hörte, war der behandelnde Gastroenterologe war auf seinem Gebiet ein sehr kompetenter Mensch und eigentlich, so sagte man, zu gut für die griechische Kleinstadt in der er arbeitete. Wohl auch deshalb dauerte es auch nicht lange, bis er ca. 1 Jahr später eine Stelle in einem Krankenhaus in der griechischen Hauptstadt Athen annahm. Vorher aber trug er selber noch zum Unwohlsein meiner Freundin bei, als er ihr eines Tages am Krankenbett mitteilte, dass er sich in sie verliebt hätte…

Zu den Ursachen konnte man uns nicht viel sagen: das Thema sei noch nicht ausreichend erforscht, Veranlagung, Ernährung,… ein Potpourri an möglichen Gründen also.

Medikamente wie Asacol und in den immer wieder aufflammenden Krisenzeiten auch das Kortison Präparat Prezolon wurden nun die ständigen Begleiter meiner besseren Hälfte. Apropos Krisenzeiten: diese kamen leider in regelmäßigen Abständen. Wir konnten feststellen, dass die Krisenzeiten, also das verstärkte Aufflammen der Colitis Symptome, in mehr oder weniger schöner Regelmäßigkeit stattfand. Stress schien eine sehr große Rolle zu spielen, wie auch gewisse Lebensmittel. Weißes Fleisch schien in Ordnung für sie zu sein, rotes hingegen eher nicht, ebenso wenig Alkohol. Auch auf viele andere Lebensmittel musste sie verzichten, um die Symptome nicht wieder aufflammen zu lassen oder zu intensivieren.

Colitis ulcerosa: Ernährung die Heilung?

In der Zwischenzeit war ich nach dem Studium 2006 unserer Beziehung wegen nach Griechenland ausgewandert. Im Laufe der Zeit entwickelte ich auch durch meine in Griechenland entdeckte Leidenschaft für das Laufen / Trail Running ein starkes Interesse am Thema Ernährung. Auch interessierte mich verstärkt, welche Auswirkungen die Ernährung sowohl auf die Entstehung von Colitis ulcerosa sowie auch deren Bekämpfung haben kann. Irgendwann stieß ich dann auch auf das Thema Paleo. Wer sich damit schon auseinander gesetzt hat weiß, dass Getreide aber natürlich auch industriell verarbeitete Produkte für so manche Zivilisationskrankheit verantwortlich gemacht werden. Die Colitis ulcerosa gehört nach Ansicht der Paleo Experten ebenso dazu und soll durch gewisse Inhaltsstoffe im Getreide verursacht werden. Davon inspiriert versuchte ich natürlich, das neu Gelernte auf meine Verlobte anzuwenden, in der Hoffnung, dass sie durch den Verzicht auf Getreide etc eine (deutliche) Verbesserung verspüren würde.

Leider bin ich weder Arzt mit weißem Kittel noch Ernährungswissenschaftler. Deshalb waren meine Bemühungen nicht von Erfolg gekrönt… Statt auf Weißbrot, Nudeln & Co zu verzichten, musste ich zusehen, wie sie weiterhin an Colitis ulcerosa litt und mit den Symptomen zu kämpfen hatte. Gleichzeitig stieg natürlich auch mein Frust, weil ich nicht verstehen konnte, wieso man hier nicht ein wenig ‚experimentieren‘ kann, wenn es einem doch so schlecht geht. Ich fragte mich, wie viel man letztlich leiden muss, damit man alternativen Ansätzen gegenüber aufgeschlossen ist, in der Hoffnung die Wurzeln zu bekämpfen, statt mit Ulcerative Colitis Medikamenten nur gegen die Symptome anzugehen. Ich war oftmals der Verzweiflung nahe, was sich natürlich dann auch wieder in zunehmenden Spannungen untereinander bemerkbar machte. Blöderweise entladen sich solche Spannungen dann genau zu den psychologisch ungünstigsten Zeiten, also wenn die Symptome besonders schlimm waren, meine Verlobte ohnehin mit den Kräften am Ende war und ich dann gleichzeitig Unverständnis aufbrachte, dass sie sich mit Kortisontabletten etc behandelte, obwohl die Vergangenheit gezeigt hatte, dass diese keine dauerhafte Lösung bringen. Ich denke, beide Seiten hatten ein bisschen recht mit dem Standpunkt, den sie vertraten.

Zwischenmenschliche Krisen durch Colitis ulcerosa…

Ich hatte oben ja schon erwähnt, dass die Colitis ulcerosa letztlich einen großen Einfluss auf unser Leben hatte. Ich erinnere mich speziell an eine Situation im Februar eines Jahres, als wir mit Arbeitskollegen einen Wochenendausflug zum Skifahren in die bulgarischen Alpen machen wollten. Leider flammte zu dem Zeitpunkt gerade wieder eine ihrer Colitis ulcerosa Krisen auf. Ich wollte endlich wieder einmal etwas mit anderen Leuten unternehmen, etwas, das wir auch wegen ihrer Krankheit schon lange nicht mehr gemacht hatten. Das erneute Aufflammen der Colitis ulcerosa trieb mich zur Verzweiflung, und auch zur Weißglut. Ich konnte und wollte es aus verschiedenen Gründen nicht akzeptieren. Auch war ich der Ansicht, dass ihr ein Klimawechsel und Entspannung gut tun könnte. Es war eine sehr schwierige Zeit, in der unsere Beziehung sehr auf die Probe gestellt wurde, und das fortlaufend (= über mehrere Jahre hinweg!).

Man muss sich vorstellen, dass ich mich thematisch sogar mit Informationen zu einer Operation beschäftigt hatte. So eine Operation würde bedeuten, dass der Dickdarm entfernt wird, da dort die Colitis UIcerosa auftritt. Dies wiederum hätte zur Folge, dass der Betroffene zwar wohl die Colitis ulcerosa los ist, aber, laut meinen Recherchen, dafür ca. alle paar Stunden wegen des fehlenden Dickdarms eine Toilette aufsuchen muss. Somit wäre also u.a. auch nicht mehr an durchgehenden Schlaf zu denken. Man musste sich somit letztlich zwischen Pest oder Cholera entscheiden. Dass zumindest ich diese Operation als eine Option in Erwägung zog, zeugt sicherlich auch vom Grad der Verzweiflung… für meine Verlobte war es logischerweise keine Option.

Colitis ulcerosa und Stress: ein Teufelskreis…





„Alle Jahre wieder…“ das wäre wohl der Slogan, wenn wir uns in puncto Colitis ulcerosa einen hätten aussuchen müssen. Der Beruf meiner Verlobten bringt es mit sich, dass die Monate Mai und Juni jedes Jahr sehr stressig sind. Und prompt konnten wir auch immer beobachten, dass genau dann die Symptome wieder aufflammten und regelrecht schlimm wurden. Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, ob es letztlich nur am Stress lag oder auch an der Tatsache, dass in diesen Phasen nicht unbedingt immer ausreichend Zeit bleibt, um anständig zu essen bzw. sich mit dem Thema Essen vernünftig auseinander zu setzen. Wenn man den ganzen Tag nicht zum Essen kommt, dann stürzt man sich am Abend eben auf das, was einem zwischen die Finger kommt. Der Sommer war dann oftmals ruiniert, denn nicht selten kam es vor, dass die Symptome so stark aufflammten, dass wieder die mehrwöchige Einnahme von Kortisontabletten notwendig war… Bis die Symptome dann wieder abgeklungen waren, waren der Sommer und die Sommerferien vorbei. An wirkliche Erholung war also nicht zu denken. Und nach dem Sommer begann sich der Arbeitsstress kontinuierlich wieder aufzubauen. Es fühlte sich wie ein Teufelskreis an, dem man nicht entrinnen konnte. Nur wer es selber mitgemacht hat, wird dieses Gefühl verstehen können.

Colitis ulcerosa und die „Spezielle Kohlenhydrate Diät“…

In 2013 dann kam ich im Rahmen meiner Nachforschungen zur Colitis ulcerosa auf ein Buch, das zahlreichen Menschen geholfen haben soll bei der Bekämpfung der Krankheit. Laut diesem Buch war die Therapie eine korrekte Ernährung. Die Erfolgsgeschichten sprachen eine deutliche Sprache, weshalb ich mir das Buch umgehend auf Amazon kaufte. Der Titel lautet „Breaking the Vicious Cycle: Intestinal Health Through Diet“ (Link zum Buch auf Amazon >>>) von Elaine Gottschall. Die Ernährungsweise ist im Englisch sprachigen Bereich auch bekannt als „The Special Carbohydrate Diet“ (also eine Ernährungsweise mit nur ausgewählten Kohlenhydraten). Das Buch gibt es auch in Deutsch und nennt sich „Diät bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa: Chancen durch reizarme Ernährung. So hilft die „Spezielle Kohlenhydrat-Diät“. (Link zum Buch auf Amazon >>>).

Wie schon oben von Paleo bekannt, legt das Buch sehr großen Wert auf den Verzicht gewisser Lebensmittel, darunter auch Getreideprodukte. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich meine bessere Hälfte davon überzeugen konnte, dies nun endlich zu versuchen. Aber es klappte, ich konnte sie dazu bewegen! Voller Freude machte ich mich also daran, das im Buch beschriebene Vorgehen in die Tat umzusetzen und mich um die Ernährung meiner besseren Hälfte zu kümmern. Auch wenn es anfangs noch etwas widerwillig war, so konnte sie nach ca 4 Tagen schon eine Verbesserung spüren, und beim Toilettengang auch sehen. Wir begannen, so etwas wie Hoffnung zu schöpfen!

Ich weiß nicht mehr genau, warum dieser Test letztlich nur bei einer einzigen Woche blieb und wir es dann nicht mehr weiter geführt haben. Irgendwie haben uns dann wieder ‚Umstände‘ davon abgehalten. Es war zwar frustrierend, weil die Symptome wieder stärker wurden, aber letztlich war es nicht tragisch, weil die Rettung nah war!

Eine Colitis ulcerosa Studie in Japan…

Im Oktober 2013 ist dann etwas ‚Seltsames‘ geschehen.

Zunächst einmal hatte ich eher zufällig im Internet gelesen, dass der Grund für die Colitis ulcerosa auch ein Bakterium sein kann, genauer gesagt das sogenannte Fusobacterium varium. In einer Studie (Link zur Studie >>>), die in 2010 dann auch im American Journal of Gastroenterology veröffentlicht wurde, konnte nachgewiesen werden, dass Patienten mit Colitis ulcerosa ziemlich gut auf eine Therapie mit Antibiotika ansprachen. Dort heißt es sogar unter den Schlussfolgerungen: „This long-term follow-up study suggests 2-week antibiotic combination therapy to be effective and safe in patients with active UC“.

„Wow, interessante Neuigkeiten!!“ dachte ich mir, natürlich mit einer riesigen Portion an Hoffnung und neuem Mut, dass dies vielleicht auch ein Weg für uns aus dem Elend sein könnte, das uns nun schon so lange plagte. Den Artikel leitete ich dann gleich weiter an meine Verlobte, mit dem Hinweis, dies doch auch mal telefonisch mit dem Gastroenterologen ihres Vertrauens zu besprechen (immer noch der selbe Doktor, der sie zu Beginn betreut hatte, allerdings war der Kontakt nun wegen seines Ortswechsels nach Athen sehr selten geworden und dann nur per Telefon). Leider befolgte sie meinen Ratschlag nicht. Auch das war dann aber aufgrund der bald auftretenden Umstände aber nicht mehr wichtig.

Eine unerwartete Colitis ulcerosa Therapie!

Gegen Ende 2013 machte meine Verlobte ungewollt Bekanntschaft mit Staphylokokken, also Bakterien, die an der Wade zu einer kraterförmigen, offenen Wunde führten. Ausgangspunkt war vermutlich ein Mücken-/Insektenstich an der selben Stelle, der sich wohl dann durch Kratzen entzündete. Folge war die Notwendigkeit zur Einnahme eines Antibiotikums.

Ohne dass wir es anfangs richtig wahr genommen hatten, verschwanden auch alle Symptome der Colitis ulcerosa. Nach ein paar Wochen kam mir dann aber dann doch der Gedanke wieder auf diesen Artikel und ich merkte, dass ich schon vergleichsweise lange nichts mehr von meiner besseren Hälfte bezüglich Beschwerden gehört hatte. Auf meine Frage wie es ihr gehe meinte sie, es ginge ihr hervorragend und sie sei eigentlich frei von Symptomen. Hah!!

Viele Gedanken schossen durch meinen Kopf: die lange Leidenszeit, die Studie, das Antibiotikum… Konnte es tatsächlich möglich sein, dass wir sozusagen zufällig auf die richtige Therapie für Colitis ulcerosa gestoßen waren?? Noch war zu wenig Zeit vergangen, also lieber noch nicht zu früh freuen, um dann nicht enttäuscht zu werden. War es zeitlich wirklich mit der Einnahme des Antibiotikums zusammen gefallen? Wir waren uns nicht komplett sicher.

Während ich diesen Artikel schreibe, sind aber ca. 10 Monate vergangen und meine Verlobte ist weiterhin frei von Symptomen. Die letzten Zweifel sind vom Tisch, dass es einen entscheidenden Zusammenhang gab. Interessehalber recherchierte ich das Thema wieder im Internet, bzw. machte die alten Artikel ausfindig. Dort heißt es spezifisch auch, dass das Penicillin Amoxicillin eines der Antibiotika war, die den Patienten in der Studie verabreicht wurden. Meine Verlobte wusste noch genau, wie das verschriebene Medikament hieß: Augmentin, vom Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline. Was bringt eine Suche nach Augmentin schon nach kurzer Zeit zu Tage? Augmentin enthält… genau: Amoxicillin.

ulverative colitis antibiotics Augmentin

Für mich ist das der ultimative Beweis, auch wenn ich kein Arzt bin und noch keine finalen Untersuchungen meiner Verlobten statt gefunden haben, dass dieser glückliche Zufall der Staphylokokken-Infektion ein großer Segen war.

Ich bin super, super happy, denn dieses ganze Thema hat uns sehr, sehr viel Energie gekostet. Dieses Jahr haben wir unseren ersten Sommerurlaub verbracht, der nicht von der Colitis ulcerosa geprägt war… 🙂

Die Colitis ulcerosa scheint geheilt… Was nun?

Warum mache ich mir letztlich die Mühe, dies alles ‚auf Papier‘ zu bringen, Geld für eine Webseite auszugeben etc? Ganz einfach: Wir haben einen langen Leidensweg hinter uns. Ich weiß also aus erster Hand wie es ist, wenn jemand an Colitis ulcerosa leidet. Ich wäre im Nachhinein sehr, sehr froh, wenn mir jemand (z.B. ein Arzt!!) gesagt hätte, dass man doch mal ein Antibiotikum verwenden könnte als mögliche Therapie. Was hätten wir uns nicht alles erspart, wenn wir das vorher gewusst und so schon von Beginn an die Colitis ulcerosa geheilt hätten!!??!! Da wir das nun alles durchgemacht (und hoffentlich hinter uns) haben, wäre es ja fast schon asozial, dies nicht mit Anderen zu teilen, die einen gleichen Leidensweg schon hinter sich haben, um diesen endlich zu beenden. Im Idealfall kann diese meine Geschichte dazu beitragen, den Leidensweg Anderer zu verkürzen bzw. eventuell gar komplett zu vermeiden. Ein Bekannter meinte dazu:

„Manchmal hilft einem der „Zufall“, grundsätzlich soll man aber sowieso nie aufgeben. Wer weiß, was diese 10 Jahre für eine Bedeutung in ihrem Leben haben.“

Vielleicht musste es wirklich so kommen, damit ich nun meine Erfahrungen teilen kann. Ich hoffe, dass ich den Besuchern dieser Webseite helfen kann, wieder ein weitestgehend normales Leben zu führen. Natürlich kann ich nicht garantieren, dass die von mir genannte Therapie mit Amoxicillin letztlich auch bei Anderen so gut anschlägt, aber ich denke es ist absolut einen Versuch wert. Bitte macht das aber nicht auf eigene Faust, sondern in Zusammenhang mit dem Arzt/Gastroenterologen Eures Vertrauens. Sollte dieser nicht damit einverstanden sein, so besteht immer noch die Möglichkeit, einen anderen Arzt zu konsultieren (unter der Voraussetzung, dass keine gesundheitlichen Probleme im Zusammenhang mit der Einnahme von Amoxicillin bekannt sind).

Das Leben ist zu kurz, um uns von lösbaren Aspekten den Spaß verderben zu lassen 🙂

UPDATE 11.1.2018

Diesen Beitrag habe ich 2016 geschrieben. Es wird Zeit für ein kurzes Update.

Es war danach nicht alles rosig – auch wenn ich sagen muss, dass wir etwa 2 Jahre Ruhe hatten. Was an sich schon eine tolle Sache ist, und ich bin sicher, viele Menschen mit Colitis Ulcerosa würden vor Freude Purzelbäume machen, wenn sie wenigstens 2 Jahre lang symptomfrei wären. Insofern bin ich dafür auf jeden Fall dankbar.

Im Sommer 2017 war es aber wieder soweit: alles Symptome waren zurück. Ich führe es persönlich auf den Stress zurück, den meine Frau zu der Zeit hatte, vor allem beruflich, aber dadurch auch irgendwie familiär. Etwa 4-5 Monate haben wir uns damit wieder herumgeschlagen, bzw. genauer gesagt vor allem meine Frau.

Ich wollte dann im Oktober endlich einen Ausflug zu den Thermalquellen auf der griechischen Insel Euböa machen. Im schönen Ort Ädipsós gibt es ein sehr nettes Hotel, in das wir uns einquartiert haben. Es nennt sich Thermae Sylla. Es soll keine Schleichwerbung sein, und ich erhalte auch keine Vergütung dafür, dass ich das Hotel erwähne. Aber ich will es genau so beschreiben, wie es war, in der Hoffnung, dass ich anderen Menschen helfen kann. Das besondere an diesem Hotel: es gibt dort 2 Becken mit Thermalwasser, von denen das eine 50% Meerwasser, 50% Thermalwasser ist und etwa 28C hat (wenn ich mich recht erinnere), das andere ist 100% Thermalwasser und hat 35 C.

Nun ist es natürlich keine große Überraschung, dass meine Frau das Thermalwasser sehr genoss, war es doch für sie eine tolle Gelegenheit, endlich wenigstens für 3 Tage zu entspannen (es war Ende Oktober). Vor allem das Becken mit dem 100% Thermalwasser hatte es ihr angetan. Auch wenn es heißt, man solle nicht länger als 30 Minuten im Wasser bleiben, so hielt sie sich nicht daran.

Wir hatten das Spa Paket gebucht, sodass wir auch Massagen und Peeling inklusive hatten. Also alles sehr entspannend. Außerdem habe ich ihr die teuerste Massage vor Ort geschenkt (Pantai Luar).

Lange Rede, kurzer Sinn:

Wenn ich mich recht erinnere, waren ihre Ulcerative Colitis Symptome weg, bevor wir die 3 Tage beendet hatten… nach 5 Monaten, einfach so weg…

Über Neujahr waren wir wieder dort. Nicht weil die Symptome zurückgekehrt wären. Nein. Einfach weil es uns sehr gut gefallen hatte. Ein Gespräch mit der Geschäftsführerin des Hotels beim zweiten Aufenthalt veranlasste mich, von unserem Erlebnis beim ersten Aufenthalt zu berichten. Sie zeigte sich sehr interessiert an dieser Geschichte, war aber nicht verwundert. Sie meinte, dass das Verhältnis von Magnesium zu Calcium im Wasser ideal sei, für Entspannung, und wenn ich mich recht erinnere, die Haut (ein Verhältnis von 2:3). Auch sei das Wasser in diesem Hotel kein ‚Wässerchen‘, sondern rein. Man verwende kein Chlor, um es rein zu halten. Dafür lässt man aber das Wasser aus beiden Becken jede Nacht aus und füllt es, frisch von der Quelle, die das Hotel anzapft, wieder auf – inklusive Reinigung mit dem Damstrahler, jede Nacht.

Ich weiß nicht, was letztlich dazu geführt hat, dass meine Frau nun seit 2 Monaten (also seit Ende Oktober 2017) wieder symptomfrei ist. Das Wasser, die Massage(n),… vermutlich alles zusammen. Es hat mich auf jeden Fall verwundert, bin aber dankbar, dass wir neben dem Amoxilin vermutlich eine weitere Lösung gefunden haben, die zumindest für uns funktioniert. Ob sie auch für andere Menschen funktioniert? Ich kann es nicht sagen. Aber ich wollte es zumindest hier als Update anfügen.

Thermae Sylla Spa Ädipsos: Außenbecken

Das Außenbecken: 50% Meerwasser, 50% reines Thermalwasser

Thermae Sylla Spa Ädipsos: Quelle

frei zugängliche Thermalquelle (die meine Frau aber nicht verwendet hat, sie war ausschließlich im Becken des Hotels)

UPDATE 12.3.2018

Ich glaube mittlerweile, dass auch die Darmflora eine sehr wichtige Rolle spielt. Hilfreich könnte hier eine ausreichend gute Nährstoffversorgung sein. Diese sichert man im Idealfall natürlich durch die Ernährung ab, alternativ durch ein hochwertiges Ergänzungsmittel.

Schöne Grüße aus meiner Wahlheimat Griechenland,
David

P.S.: Diese Webseite hat den Zweck, die Leser über meine persönlichen Erfahrungen zu informieren. Ich beabsichtige in keiner Weise, medizinischen Ratschlag zu geben oder den Ratschlag eines professionellen Arztes zu ersetzen. Ich bitte alle Leser, sich bei Bedarf immer mit dem Arzt des Vertrauens zu beratschlagen und keine Medikamente ohne das OK des Arztes einzunehmen.

P.P.S: Hinterlasst gerne einen Kommentar unten, falls Ihr Eure eigenen Erfahrungen etc hier hinterlassen wollt. Bitte die gängigen Regeln sinnvoller Kommunikation anwenden, also freundlich, respektvoll, hilfreich. Es war bisher sehr interessant zu sehen, wie viele Menschen tatsächlich diese Seite besuchen und dann auch ihre eigenen Erfahrungen teilen – auch in den anderen beiden Sprachen, in denen ich diesen Webseiteninhalt erstellt habe. Wunderbar!




Impressum | Datenschutz | Disclaimer